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GMX Freemail mit GMail im Vergleich

E-Mail / Text Message / SMS BildGMX verwendet seit jeher ein Webinterface, welches möglichst viele Informationen auf einmal darbieten möchte. Web.de geht ähnliche Wege. Google hingegen versuch im GMail-Webinterface, die E-Mail in den Vordergrund zu stellen. Dieser Artikel soll einen neutraleren Standpunkt zu meinem vorigen Artikel über GMX Freemail haben.

Welche Auswirkungen das auf die Dienste von GMX Freemail und web.de im Vergleich zu GMail (Google Mail) hat, lässt sich im folgenden Artikel nachlesen. Außerdem wurden in den Vergleich Yahoo und web.de mit aufgenommen. Yahoo scheint ein besonders interessanter Kandidat zu sein, da das Unternehmen derzeit von Marissa Meyer umgebaut wird.

Login-Startseite von GMX und web.de

In der folgenden Galerie lässt sich die Startseite von GMX Freemail und web.de Freemail mit GMail und Yahoo vergleichen.

Interessant ist hier, dass man bei allen Anbietern außer Google Mail (GMail) eine eigens erstellte Startseite zu sehen bekommt. Diese lassen sich zwar über spezielle Einstiegslinks überspringen, aber zunächst erhält man eine Übersicht.

Schon sofort fällt auf, dass (ohne Adblock, nur mit Proxy) auf den Seiten vieler Anbieter Werbung zu sehen ist.

Direktlogin bei Maildiensten

Zum fairen Vergleich: Der Mail-Dienst von Google (GMail) ist mit der URL mail.google.com eigentlich klar getrennt. So wie oben beschrieben landet man natürlich zunächst auf der Seite mit der Standard-Google-Websuche. Die anderen Freemailanbieter sehen den Direkteinstieg zum Postfach nicht immer direkt vor.

Abofallen

Die beiden Anbieter GMX und web.de schalten gelegentlich Abofallen. Beim Login zum Geburtstag oder zu anderen Jubiläen erhält man eine Geschenk-Seite vor das Postfach geschaltet, oder wahlweise eine Abofallen-E-Mail. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen warnt bereits vor GMX und web.de in diesem Zusammenhang.

Teilweise steht auf den Bestätigungsschaltflächen auch nur »AGB bestätigen«. Das ist ein besonders fieser Trick, um ein Testabo einzugehen. Leider habe ich es die Tage versäumt, ein Bildschirmfoto davon anzufertigen.

Wie dem auch sei, die Links »weiter zum Postfach« sind gut versteckt. So gut, dass es sich schon um Täuschung des Kunden handeln müsste. Warum vertraut man einem E-Mailanbieter, der einen mit solchen Bauernfängern auspressen will? Nicht umsonst hat die c’t einen Artikel über Abzocker veröffentlicht, wo breite Gegenmaßnahmen und eine juristische Bewertung der Situation aufgeführt wurden.

GMX Freemail

Getestet: Die Seite nach dem GMX Freemail Login. URL:  http://www.gmx.net/ .GMX hat wesentlich mehr Werbung auf der Startseite viele Mitbewerber.

  • Großes Banner am oberen Bildschirmrand.
  • Direkt da drunter ein Textlink »Strompreise Vergleichen + Amazon-Gutschein«. – hier fehlt scheinbar der Hinweis auf Werbung.
  • Eigenwerbung Lotto in der mittleren Spalte oben.
  • Eigenwerbung Speicher/Musikflat in der mittleren Spalte in der Mitte.
  • Fremdwerbung in der rechten Spalte im Format »breiter Skyscrapter«.

Web.de Freemail

Ähnlich wie der Freemail-Anbieter GMX sieht man hier Eigen- und Fremdwerbung auf der Startseite des Freemail-Postfachs. Das Angebot weist deutliche Ähnlichkeit mit dem GMX Mail Login auf.

  • Großer Banner mit Eigenwerbung oder Fremdwerbung.
  • Lottoservice in der rechten Spalte (1/3 Breite).
  • Drei Textlinks für Eigen- und Fremdwerbung in der rechten Spalte.
  • Zwei Werbeschaltflächen in der rechten Spalte (Prospekteleser, Parship).
  • Werbung »System Mechanic« im Hauptbereich unten (2/3 Breite).
  • Eigenwerbung »WEB.DE Club« unter dem Posteingangszähler im Hauptbereich oben (in Rot).

Yahoo-Startseitenwerbung

Yahoo versucht sich mit Nachrichten und großeren Links abzusetzen.

  • Links zu Eigenprodukten in Servicelinks integriert (Flickr, da drunter Partnersuche).
  • Ein Werbeblock in der rechten Spalte.
  • Eine kleine Anzeige ganz links unten unter der Seitenleiste.

Google-Startseitenwerbung

Die Startseite von Google ist komplett leer. Neben den Links, die sich hinter einem Menü »verstecken«, ist keine weitere Werbung zu sehen.

Posteingang der Freemail-Anbieter

In diesem Abschnitt sollen Übersichtlichkeit, Spamfilter und die Eigenwerbung der Anbieter durch E-Mails beleuchtet werden.

Übersichtlichkeit

Im Folgenden sind die Posteingangsseiten der aufgeführten Anbieter aufgeführt.

Auch hier fällt auf, dass sich Google mit GMail sehr auf das wesentliche konzentriert. Werbung ist hier wenig zu sehen, zumeist in Textform. Ab und zu erscheint über dem Posteingang oder der E-Mail eine einzeilige Leiste, rechts neben dem Posteingang werden gelegentlich Google AdSense-Anzeigen eingeblendet. Diese weisen teilweise inhaltlichen Bezug zu den E-Mails oder zu zuvor getätigten Suchanfragen auf.

Die Posteingänge von web.de Freemail und GMX Freemail enthalten am unteren Bildschirmrand ein besonders großes Banner. Im Web.de-Screenshot ist dieses auf Grund eines Ladefehlers nur nicht sichtbar. Weitere Werbung ist beim Blick auf die Mails nicht zu sehen, und erscheint erst wieder bei Ansicht einer einzelnen Mail.

Yahoo blendet am rechten Rand einen normalbreiten Skyscraper ein, der auf meinem Screenshot durch einen Proxy blockiert wurde. Die Werbung bleibt beim Lesen der Mail bestehen, so dass sich nur der innere Block ändert. Das Leseverhalten wirkt also ruhig, die Seiten laden nicht andauernd neu.

E-Mail-Eigenwerbung

Eigenwerbung verschicken von den getesteten Anbietern GMX und web.de. Eigenwerbung von Google in GMail bzw. Yahoo sind mir nicht bekannt. Durch Opt-Ins in Newsletter ist es natürlich trotzdem möglich, auf andere Produkte der Anbieter hinewiesen zu werden.

Auf Teletarif.de gibt es einen Artikel, der beschreibt, wie man die Eigenwerbung bei GMX Freemail und web.de wieder loswird (bzw. wegfiltert).

Bewertung: Generell ist gegen Eigenwerbung nichts einzuwenden; natürlich möchten die Anbieter durch den Verkaufserlös auch etwas einnehmen. Eine Werbe-Mail pro Woche grenzt aber schon an die maximale Belastung des Nutzers, da sie ja noch zusätzlich zu den Werbeflächen im Posteingang erscheint.

Spamfilter

Der Spamfilter soll den Posteingang bei den Anbietern frei von Spam halten. Ärgerlich ist es, dass man bei GMX Freemail für einen vernünftigen Filter einen Aufpreis zahlen muss, während dieser bei GMail standardmäßig aktiv ist. Diese Tatsache macht sich deutlich bemerkbar: Während Spamwarnungen aus TV und Zeitung an mir vorbeigehen, finde ich in meinem alten GMX Freemail-Posteingang regelmäßig genannte Spammails.

Amazon-Macbook-Spam bei GMX Freemail
Amazon-Macbook-Spam bei GMX Freemail

Wie man am Screenshot erkennen kann, hat das Auswirkungen. Zum einen werden die E-Mails auch nicht nachträglich, also nach Bekanntwerden ausgefiltert. Zum anderen haben es die Spamsender irgendwie geschafft, an meinen vollen Namen zu kommen, inkl. Mittelnamen. Drittens zeigt GMX standardmäßig nur den Absendernamen – also nur »Amazon«. Das hat natürlich zur Folge, dass eine schnelle Verifikation des Abenders »auf einen Blick« nicht so gut möglich ist, wie z.B. bei Yahoo oder GMail.

Leistungen von GMX, Yahoo und GMail

Die Postfachgröße lässt sich schnell mit anderen Leistungen in einer Tabelle zusammenfassen. Dabei schneiden GMX Freemail und web.de am schlechtesten ab, aber auch in anderen Eigenschaften handelt es sich nicht um Platzhirsche.

Postfachgrößen und Leistungen
EigenschaftGMailYahooGMX Freemailweb.de
Posteingangsgrößeca. 15 GiBunbegrenzt1073 MiB12 MiB
Extra Mediencenterintegriertja, Dropbox-Anbindungja, 2147 MiBja, 100 MiB
Max. Anhangsgröße25 MiB oder Google Drive25 MiB oder Dropbox20 MiB oder GMX MediaCenter4 MiB
Wegwerfadressenja,
name+portal@gmail.com
ja, name-portal@yahoo.deneinnein
SpamfilterGutGutMäßigMäßig
Eigenwerbung
per Mail
NeinNeinJa, häufig.Ja, häufig.
Server in DeutschlandNein,
Mounten View (USA),
teilw. Irland
Nein, Sunnyvale (USA)Ja, Karlsruhe und Bad PyrmontJa, Karlsruhe und Bad Pyrmont
MailsuffixJedes der folgenden:

  • @googlemail.com,
  • @gmail.com
Jedes der folgenden:

  • @yahoo.de,
  • @yahoo.com
Eines von folgenden:

  • @gmx.de
  • @gmx.net
  • @gmx.lu
  • @web.de
Kündigung von Premium-Angebotn.v.; Drive: monatlich per klick.n.v.Ggf. umständlich, siehe untenGgf. umständlich, siehe unten.
Löschung nach InaktivitätLöschmöglichkeit eingeräumt nach 9 Monaten, wird aber scheinbar nicht genutzt. 12 MonateNach 6 Monaten. keine Angabe.
Adresse mit/ohne Punkte gleichJa, nutzer = nut.zer = nu.tz.er.Nein.Nein.Nein.

Obwohl web.de Freemail und GMX Freemail vom selben Anbieter (1&1 Internet AG) betrieben werden, unterscheiden sich die Leistungen stark. Die 12 MiB (die nach Installation einer Toolbar auf 200 MiB bzw. bis zu 1000 MiB anwachsen) sind für heutige Verhältnisse einfach lächerlich. Eine automatische Erhöhung findet nicht statt, wie mein altes E-Mailkonto beweist.

Kündigungsfristen der Anbieter

Auch bei der Kündigung verweist Teletarif.de auf rechtliche Schwierigkeiten beim GMX und web.de von 1&1. Hier wird eine Kündigung nur in Schriftform oder per Telefon akzeptiert. In meinem Erfahrung ist nur ein Einschreiben sicher – die Kündigung per Fax sei angeblich nie eingetroffen. Auch anderen Bekannten wurde schon das Postfach gesperrt.

Besser macht es Google: Abonements (z.B. vom Google Drive Speicherupgrade) sind monatlich kündbar – und zwar per Mausklick. Mit $4.99 für 100 GiB ist dieser auch sehr preiswert.

Löschung der Konten bei Inaktivität

Google räumt sich das Recht ein, Konten mit einer Inaktivität von mehr als neun Monaten zu löschen. Ob Google das tatsächlich macht, ist unklar. Es gibt zumindest bei Google Groups Hinweise darauf, dass die Konten auch nach über einem Jahr noch erreichbar sind.

Ein Bonus bei Google: Der Kontoinaktivität-Manager. Mit diesem ist es möglich, das Konto bei Inaktivität (z.B. durch einen Unfall mit Koma) anderen Personen zu übergeben, oder dieses zu löschen.

Kurios hingegen ist Arcor, um einen weiteren Anbieter zu nennen. Dieser löscht die E-Mails »aus Sicherheitsgründen« nach 6 Monaten.. Welche das sein sollen, verrät der Mutterkonzert Vodafone allerdings nicht.

Arcor: E-Mails werden nach sechs Monaten gelöscht.
Arcor: E-Mails werden nach sechs Monaten gelöscht.

Die Kulanzzeit bei Yahoo ist mit 12 Monaten besonders hoch. Allerdings ist hier eine Wiederherstellung nicht möglich, wenn man einmal die Frist überschritten hat.

Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) der Freemailer

Es gibt eine großartige Seite namens tosdr.org (Terms of Service – Didn’t read). Dort kann man sich zumindest über Google bereits informieren. Ich liste Aspekte aus den AGB ohne Wertung auf. Der mündige Leser kann über die dargelegten Fakten selbst entscheiden.

AGB von Google

  • Google – http://tosdr.org/#google
  • Privacy Policy: http://www.google.com/intl/en/policies/privacy/
  • Sammelt viele Daten (Über genutzte Geräte, Standorte, etc.) und nutzt diese für Werbung, ohne diese an die Werbepartner weiterzugeben.
  • Speichert Suchanfragen für unbestimmte Zeit
  • Setzt Verfolgungs-Cookies
  • Nutzt deinen Content für andere Dienste
  • Teilt nicht-persönliche Daten mit anderen Dienstleistern.
  • Es gibt aber auch gute Aspekte, einfach mal dem Link folgen!

AGB von Yahoo

AGB von GMX Freemail

AGB von Web.de

  • Aktuelle AGB von web.de: http://agb.web.de/WEB.DE/AGB/20120801/
  • Adressdaten werden in eine zentrale Datei der 1&1 Internet AG übermittelt.
  • Verbundenen Unternehmen werden die Daten bei »berechtigtem Interesse« zweckgebunden zur Verfügung gestellt.
  • Keine Zusicherungen über Leistungen, sondern »wie gesehen«.
  • AGB-Änderungen werden möglicherweise nicht im Vorraus zugeschickt und können jederzeit unbesehen geändert werden.
  • Werbung wie bei GMX.de – Daten werden für Werbung verwendet.

Quellen

  1. Web.de-Produkte
    http://hilfe.freemail.web.de/uebersicht/lb/produktvergleich/
  2. GMX-Produkte inkl. GMX Freemail
    http://www.gmx.net/produkte/mail/
  3. Serverstandorte
    http://www.emailtester.de/freemail/anbieter.php
  4. Inaktivitätslöschung GMX Freemail
    http://www.gmx.net/produkte/mail/?mc=fm
  5. Warnung der Verbraucherzentrale Niedersachsen
    http://www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/link1811119A.html
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Ein Kommentar

  1. chris chris

    Hinweis zu Arcor: sie nehmen keine Neuregistrierungen für Freemail mehr an. Den Newsserver haben sie inzwischen abgestellt. Wie lange Freemail noch läuft ist unklar.

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