Zum Inhalt

10 Dinge, die du noch nicht über Linux wusstest. Nr. 7 wird dich umhauen!

Du denkst, du weißt alles über Linux? Mitnichten! Hier sind ein paar Fakten, die auch selbsternannte Poweruser vielleicht nicht kennen. Ein Abriss der wichtigsten Punkte von whylinuxisbetter.net und weitere Ideen.

Ubuntu: Kein Defragmentierungsprogramm

1. Das Dateisystem fragmentiert nicht*

Der größte Vorteil ist wohl das Dateisystem. Nicht umsonst setzt die Spieleplattform STEAM nun auf Linux: Alleine das schnellere Lesen beschleunigt Spiele immens, der Vorteil vervielfacht sich bei SSDs entsprechend. Als Dateisysteme werden derzeit junge Entwicklungen wie ext4 oder btrfs eingesetzt. Diese sind modern, schnell und zuverlässig.

Ubuntu: Kein Defragmentierungsprogramm
Ubuntu: Kein Defragmentierungsprogramm

Natürlich ist auch ein Linux nicht vor Fragmentation fegeilt. Wenn deine Festplatte sehr voll ist, kann auch das beste Dateisystem eine große Datei nicht einfach am Stück ablegen. Dort sind dann einfach physikalische Grenzen gesetzt. Im Gegensatz zum zwanzig Jahre alten NTFS passiert das aber sehr viel später und viel weniger häufig. Im Normalbetrieb ist der Blick auf die Fragmentierung also unötig.

Wer mehr Informationen dazu haben will, schaut mal bei HowTo-Geek über Defragmentierung vorbei.

2. Betrieb ohne grafische Oberfläche

Linux lässt sich – im Gegensatz zu Windows – sehr einfach ohne grafische Benutzeroberfläche betreiben. Warum? Weil es Ressourcen spart.

Ein gutes Einsatzgebiet sind kleine Server, wie etwa der Raspberry Pi, der wenig Speicher hat. Eine grafische Benutzeroberfläche zieht nur unnötig Speicher und CPU-Leistung, wenn man ihn nur als Mumble-Server oder Torrent-Server/Client nutzt.

Zwar lassen sich mit der PowerShell auch Windows-Server inzwischen headless bedienen – der Komfort ist doch ein anderer. Während man unter Linux nur wenige Dateien bearbeiten muss (meistens ein paar pro Anwendung), nutzt man unter Windos sehr viele Commandlets (CmdLets). Da eine Datei kommentiert ist, lässt sie sich einfacher bearbeiten als sich Optionen zu einem CmdLet zu merken oder immer wieder herauszusuchen.

Linux ist daher auch ressourcenschonend zur Umwelt, weil dadurch effektiv Leistung eingespart werden kann.

3. Einfach zu installieren

Die Zeiten komplizierter Installationsorgien sind schon lange vorbei. Die grafischen Installer der meisten Linux-Distributionen sind so einfach, dass sie selbst eine Windows-GUI in die Tasche stecken. Kein kompliziertes Eintippen von Lizenzschlüsseln, keine Festplattenpartitionen anlegen (wenn man nicht will), sondern einfach nur immer wieder Enter drücken.

Ubuntu Linux während der Installation - ganz einfach.
Ubuntu Linux während der Installation – ganz einfach.

Während der Installation, die übrigens nicht sehr lange dauert, erhältst du Informationen über das Betriebssystem. Damit bist du gleich startklar. Und weil du während der Installation bereits Benutzernamen und Grundeinstellungen eingibst, entfällt die Konfiguration nach der Installation.

Ein alter Witz beschreibt die Situation noch heute:

»Ein Huhn könnte Debian installieren. Man muss lediglich genug Körner auf die Enter-Taste legen!«

 

4. Open Source

Da Linux eine Open-Source-Software ist, ist die Lizenz entsprechend freizügig. Man darf die Software beliebig kopieren und weitergeben — nein, man wird gerade dazu aufgefordert. Die Kopie von Ubuntu auf deiner Homepage zum freuen Download? Kein Problem!

Das ist mit einem Windows und/oder einem MacOS nicht möglich. Diese sind proprietär und erfordern einen Lizenzschlüssel – pro Computer, nicht pro Benutzer. Wer mehrere PCs nutzt, muss also für genau das gleiche Betriebssystem noch einmal Geld in die Hand nehmen. Das ist nicht nur unfair, sondern auch unverhältnismäßig teuer. Und wenn Du Dich über das kostenlose Update auf Windows 10 gefreut hast: Linux ist und bleibt immer kostenlos. Garantiert. Das steht nämlich so in der Lizenz.

Support gibts dafür übrigens auch für Privatpersonen, aber den muss man wiederrum (wie bei Windows) bezahlen. Es bleiben aber auch ohne Support Rechtssicherheit und viele, viele Foren mit anderen, hilfsbereiten Benutzern, die gerne helfen Probleme zu lösen.

 

5. Grafische Benutzeroberfläche nach Wahl

Warst du schon bei Windows und/oder Mac OS mit der grafischen Benutzeroberfläche nicht zufrieden? Schön! Bei Linux hast du die Wahl: Es gibt zig verschiedene Desktops und Fenstermanager mit alternativen Bedienkonzepten. Von einfach und direkt bis hin zu komplex und schwer konfigurierbar, von ressourcenschonend bis hin zum Effektwunder: Alles ist dabei. Was das Herz begehrt. Man muss sich nur einen Desktop auswählen.

Falls Du keine Ahnung hast, welchen Desktop du nun wählen solltest, ist das auch nicht so schlimm. Installier Dir einfach dein Lieblings-Linux deiner Wahl und nutze den Standard. Der Standard-Desktop ist nämlich fast immer vom Vertreiber (Distributor) angepasst und voll supported und funktional einfach gehalten. Bei Ubuntu ist das etwa Unity, welches besonders schön und aufgeräumt ist und klare Bedienstrukturen aufweist.

Möchtest du lieber anspruchsvolle Einstellungen vornehmen, bist du vielleicht bei KDE und Plasma besser aufgehoben. Hier kannst du viel einstellen, und auch die beiliegenden Programme zur Datei- und Bildverwaltung können schon von Haus aus viel mehr. Wenn Du ein Kontroll-Freak bist, ist es genau das richtige für Dich.

 

6. Sicher auch ohne Virenscanner und Firewall

In der Standardinstallation sind in den meisten Distributionen keine Ports offen, keine Dienste lauschen und sind damit potentiell angreifbar. Das erschwert auch noch den Virenbefall. Da Linux-Systeme nicht sehr weit verbreitet sind, ist die Wahrscheinlichkeit für einen Virenbefall auch noch einmal geringer.

Das heißt nicht, dass es keine Gefahren gibt; Es gibt Botnetze aus zig tausend Servern. Wie ein Windows oder Mac OS X kann man natürlich auch ein Linux angreifbar machen, etwa mit dem Apache Webserver, dessen Version gerade eine Sicherheitslücke aufweist. Aber der normale Desktop ist viel sicherer.

Das System ist deshalb so sicher, weil Du Software nicht von irgendwelchen Webseiten installierst, sondern die Store-Funktion schon seit vielen Jahren in Linux integriert ist: Sie heißt dort einfach nur Paketmanager. Suchst du Dir eine Software zum Installieren aus, wird diese vor dem Installieren geprüft, ob sie auch aus der richtigen und vertrauenswürdigen Quelle stammt – vollautomatisch und dank moderner Kryptografie absolut sicher.

 

7. Zum Spielen hervorragend geeignet

Steam! Während die größten Titel noch nicht für Steam unter Linux erschienen sind, ist aber bereits über 20% der aktuellen Steam-Titel für Linux verfügbar. Darunter sind Klassiker wie Portal 2, Half-Life 2, Counter-Strike und Left for Dead.

Steam unter Ubuntu Linux.
Steam unter Ubuntu Linux.

Dabei stellte Valve sogar fest, dass Linux bessere Performance hat als Windows. 270 FPS unter Windows, 303 FPS unter Linux – nach nur wenigen Optimierungen.

Zudem gibt es eine ganze Reihe weiterer toller Spiele.

 

8. Keine Update-Orgien

Während unter Windows jedes Programm zwangsweise seinen eigenen Update-Client mitbringt, ist das unter Linux selten bis nie der Fall. Es gibt bei den meisten Distributionen einen zentralen Paketmanager, über den sogar Fremdsoftware wie Adobe Flash oder Oracle Java installiert wird. Auch Google stellt ein entsprechendes RPM oder Debian-Paket bereit, welches sich dann automatisch über die integrierten Repositories aktualisiert.

Ubuntu Software Updater der 10 Fakten
Ubuntu Software Updater

Der Vorteil ist, dass nicht zig Programme in den Vordergrund poppen, sondern über ein Programm geregelt alle Updates installiert werden können. Nicht erst beim Herunterfahren, sondern zum selbst gewählten Zeitpunkt.

 

9. Keine Crapware mehr!

Bist Du genervt von Crapware? Hast du Software, wie etwa Java, die ungefragt eine ASK Toolbar installiert? Mit Linux gehört das der Vergangenheit an! Da du Software vorrangig über den Paketmanager installierst, wirst du nie wieder Software untergejubelt bekommen, die du nicht haben möchtest!

Java wird etwa über eine Open-Source-Alternative bereitgestellt. Möchtest Du doch das Java von der Firma Oracle nutzen, so ist auch dieses über Repositories verfügbar – und auch diese Version enthält keine Toolbars oder andere PUSW (Potentially unwanted software). Du hast also nur auf deinem System drauf, was du wirklich brauchst  und haben möchtest.

 

10. Du startest weniger oft neu

Bist Du es Leid, nach jedem Systemstart und den Systemupdates eine Aufforderung zum Neustart zu erhalten? Dann solltest Du Dir Linux angucken! Denn bei Linux wird jede Software so installiert und aktualisiert, dass ein Neustart nicht notwendig ist. Lediglich bei Kernel-Updates ist dieser notwendig – aber auch hier wirst du nicht zur Weißglut genervt, sondern eher dezent darauf hingewiesen.

Published inBasiswissenSoftware vorgestelltSpiele

Schreibe den ersten Kommentar

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.