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Windows 7: Erster Eindruck

Nun ist es soweit. Zwar halte ich noch eine RC von Windows 7 in den Händen (danke an meinen Bruder), aber auch der soll ja dem Namen nach schon einen ordentlichen Eindruck vermitteln. Ich habe ihn in eine Virtualbox installiert.

Installation und Booten

Die Installation ist knallbunt. Ja, wirklich knallig. Aber dafür ist auch die Schrift schön groß und der Installer ist leicht bedienbar. Was mich irritiert hat: Man hat die Auswahl zwischen „Upgrade“ und „Benutzerdefiniert“. Auf den ersten Blick dachte ich, man kann das Upgrade anpassen und keine Neuinstallation vornehmen – aber doch, es geht damit. Hinter „Benutzerdefiniert“ versteckt sich auch die Reperaturinstallation. Gut zu wissen: im Eifer des Gefechts könnte es einem eine Suche ersparen. Abgesehen davon wurde ich nicht viel gefragt. Meine virtuelle 27GiB-Platte hat sich Windows auch automatisch aufgeteilt – eine 100MiB große (Boot?)Partition viel dabei noch ab. Die Installation selbst dauert etwas. Aber das ist wohl verzeihlich, immerhin wird man gut informiert, was passiert. Pro Vorgang gibt es hier eine gar nicht mal so ungenaue Prozentanzeige.

Der Bootvorgang verlief mittelmäßig schnell, aber auch sehr „–quiet“. Quasi „–very-quiet“. Sogar auf das Bootlogo wurde verzichtet, es beginnt mit „Windows wird gestartet“. Danach erst fliegt das Logo ein (schöner Effekt) und glüht auf und ab.

Windows 7 Bootvorgang
Windows 7 Bootvorgang

Man weiß somit leider nie, wie weit der Rechner gebootet hat. Irgendwann ist er halt fertig. Wie man ohne Neustart herausfindet, woran Windows denn hängt – wer weiß.

Look and feel

Taskleiste 1: Wartungscenter

Nun, der Standarddesktop beruhigt die Augen. Naja, für mich ist er viel zu bunt, und die Farben sind auch stark gesättigt – aber das ist wohl geschmackssache. Eine Tour muss man dieses mal zum Glück nicht mitmachen. Aber viel Auswahl hat man noch immer nicht. Es gibt weiterhin nur einen Standarddesktop.

Was fällt auf. Zunächst beschwert sich das „Wartungscenter“ über einen fehlenden Virenscanner. Neu ist, dass man über den Internetexplorer mehrere angeboten bekommt. Darunter ist aber kein freier. Ich habe  das kostenlose Antivir heruntergeladen, und er wird auch erkannt. Als nächstes kamen Updates für Windows. Die alte Sprechblasenkrankheit? Was passiert, wenn man die Version ohne Internet Explorer hat?

Interessant ist die neue Taskleiste. Auf folgendem Bild sieht man, dass Systemsteuerung und Firefox aktiviert und minimiert sind. Programme, die man öfters braucht, bleiben einfach in der Leiste. Im Beispiel sieht man noch den Explorer und den Media Player.

Der Windows 7 Standarddesktop
Der Windows 7 Standarddesktop

Taskleiste 2: Breitbild

Ich habe bewusst ein Breitbildfoto gemacht, da Widescreenmonitore immer beliebter werden. Hier kommt eine Schwäche und eine Stärke der neuen Taskbar zum Tragen. Die Schwäche: Die Höhe ist nicht mehr stufenlos änderbar, man sieht außerdem keinen Unterschied mehr zwischen „fixiert“ und „nicht fixiert“. Auf obrigem Bild sieht man die Mindesthöhe. Zum Browsen eher ungeeignet.

Die Stärke: Dadurch, dass keine Texte mehr enthalten sind, muss man zwar mitunter Symbole raten, aber die Taskleiste eignet sich auch besser dazu, sie an den rechten oder linken Rand zu heften. Zusammen mit meinen FirefoxArtikeln ergibt sich doch ein starker Unterschied zum Thema Browserfreiheit und Sichtfeld.

Windows 7 wird Widescreentauglich - die neue Taskleiste.
Windows 7 wird Widescreentauglich – die neue Taskleiste.

Taskleiste 3: Stati

Eine besonders gelungene Neuerung ist die Statusanzeige der Taskleiste. Nutzt ein Programm den Standard-Fortschrittsbalken der Windows-API, so wird dieser Status auch in der Taskleiste angezeigt. Sehr schön anzusehen, und man muss für diese Info das Fenster nicht mehr im Vordergrund halten.

Statusbalken in Windows 7 sind auch in der Taskleiste sichtbar.
Statusbalken in Windows 7 sind auch in der Taskleiste sichtbar.

Virtualbox-Features

Besonders schön fand ich, dass die Virtualbox-Addons gleich funktionierten. Ich musste lediglich den Monitor von „Non-PNP“ auf „PnP“ umstellen. Damit konnte ich eine beliebige Bildschirmgröße aktivieren, den Seamless-Modus anschmeißen oder auch nur eine akzeptable Geschwindigkeit des Gastes erreichen. Das Setup für die Soundkarte wird unten behandelt.

Problemchen

Updates und AI…

Das Windows Update entpuppt sich als etwas dämlich. Updates werden nur beim Herunterfahren installiert. Startet man für das Update just neu, hat man nichts gewonnen. Windows fragt immer noch, wann man denn nun endlich den PC herunterfährt. Immerhin nervt es nicht mit Neustarts. Jedoch wird nach den Updates neu gebootet. Ubuntu macht es hier meiner Meinung nach besser.

Nachdem man angemeldet wurde, bleibt der Desktop – vor allem nach Updates – weiterhin für ein- bis zwei Minuten unbenutzbar. Der Computer ist erst fertig gestartet, wenn man ihn benutzen kann – hier wird einem etwas anderes vorgegaukelt.

Musik ab! Oder auch nicht?

Windows 7 macht aber auch  einige Probleme seines Vorgängers wett: Es hat niedrigere Systemanforderungen und ist Widescreentauglich. Leider behält es auch eine seiner Macken: Es fehlen Audiotreiber sowie weitere für ältere Geräte. Besitzer von AC97-Soundkarten sowie Soundblaster 16-, Live- oder anderen älteren Modellen bleiben zunächst auf der Strecke. Klickt man auf das Sound-Icon in der Taskleiste, so startet eine minutenlange Problemsuche, um einen zu sagen, dass entweder keine Soundkarte installiert ist oder es keinen Treiber gibt. Für Diagnosezwecke alles andere als hilfreich.

Treiber gibt es aber trotzdem, so dass man immerhin mit Virtualbox etwas Klang erzeugen kann. Unter http://www.realtek.com/downloads/ findet man schlussendlich den passenden Treiber. Damit klappt es zwar auch ohne Neustart, aber die Treiber wollen einen. Na gut… Ärgerlich nur, dass der Treiber 30 MiB groß ist!

Mehrfachauswahl und ein-Klick-Methode

Stellt man seinen Explorer so ein, dass zum Starten von Programmen nur ein Klick benötigt wird, hat man ein Problem. Ich habe es nicht geschafft, mehrere Dateien gleichzeitig zu markieren. Drückt man Strg oder Shift (Umschalt), so wird trotzdem die geklickte Datei geöffnet. Ärgerlich, da ich auch gerne die Listenansicht nutze und daher kein Markierungsfenster ziehen kann.

Kurzfazit

Wirklich viel getestet habe ich nicht. Aber das, was ich getestet habe, verspricht doch schon so einiges. Zum Wechsel auf Windows 7 (also weg von Ubuntu) sehe ich derzeit dennoch keinen Grund, da die meisten Features auch unter Linux funktionieren und ich – wer hätte das gedacht – weniger Treiberprobleme habe. Nutzer von XP und vorallem von Vista können und sollten aber endlich umsteigen: Die Detailverbesserungen unter der Haube rechtfertigen den Umstieg. Vor allem ist aber die niedrige Systemauslastung schon Grund genug.

Testsetup

  • Virtualbox 2.2.4 ohne Hardwarevirtualisierung (fehlt dem Prozessor)
  • AMD 3200+
  • Host: Ubuntu Linux 9.04 Jaunty, amd64
  • Gast: Windows 7 RC Build 7100
  • Arbeitsspeicher für die Gastmaschine: 768 MiB
  • Festplatte: 27 GiB, davon wurden 100 MiB für eine Bootpartition reserviert.

Links:

Published inSoftware vorgestellt

2 Comments

  1. Zusammen mit meinem neuen Notebook musste ich (ungewollt) eine Vista Lizenz kaufen. Diese beinhaltet auch ein Upgrade auf die Windows 7 OEM. Nur leider, obwohl ich Sie nie nutzen werde, kann ich diese nur nicht verkaufen.

    Auch eine andere Möglichkeit wäre ein anderer Artikel den ich eben gerade gelesen habe 🙂

    http://www.linux-magazin.de/content/view/full/41837

    Naja

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