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Wahl-O-Mat für Amerika: I side with…

I Side With...?Etwas wie den Wahl-O-Mat gibt es auch für Amerika. Er nennt sich I side with und ist als Quiz getarnt. Er bietet umfangreiche Antwortmöglichkeiten und legt wert auf soziale Interaktion.

Aber auch in anderen Ländern gibt es vergleichbare Dienste, die teilweise sehr amüsant gestaltet sind. Außerdem unterscheiden sie sich oft in der Art der Antwortmöglichkeiten. Für welche Länder diese Wahldienste noch interessant sind, und wer sie betreibt, lässt sich im folgenden Beitrag lesen.

Prinzip Wahl-O-Mat

Das Prinzip ist das gleiche: Man beantwortet ein paar Fragen zu politischen Themen und gibt damit seinen Standpunkt preis. An Hand verschiedener Politikgebiete, wie etwa Waffengesetze, Immigration und Soziales Wesen werden einem – auf Wunsch gewichtete – Punkte zugeschrieben. Diese werden dann mit den Antworten der Präsidentschaftskandidaten und den Parteien verglichen.

Die Antwortmöglichkeiten sind vielfältig und eher kompliziert – oft gibt es nicht nur ein Ja/Nein, sondern auch Antworten wie »Ja, unter der Bedingung, dass…« und ähnliche Antworten.

Parteiensystem vs. Direktwahl

Der wichtigste Wahl-Unterschied ist, dass in Amerika nach dem Prinzip »The Winner takes it all« pro Bundesstaat gewählt wird. Der Bundesstaat entsendet dann Wahlmänner für die Direktwahl des Präsidenten, die alle verpflichtet sind, die selbe Stimme abzugeben.

Daher ist das eingeblendete Ergebnis von I side with auf Parteien bezogen für die amerikanischen Einwohner nahezu irrelevant.

Für andere Länder

Auch in anderen Ländern gibt es Tools, die dem Wahl-O-Mat sehr ähnlich sind. Sie helfen möglicherweise, die eigene Wahlentscheidung zu erleichtern. Die Betreiber betonen aber stets, dass sie keine Wahlempfehlung abgeben, und keine Werbung machen – und das auch gar nicht wollen.

Großbritannien/England

Who Do I Vote for: Lustiges Sackhüpfen der Parteien als Wahl-O-Mat in England und Großbrittanien
Who Do I Vote for: Lustiges Sackhüpfen der Parteien

Der vergleichbare Wahl-O-Mat für England und Großbritannien heißt Who Do I Vote For? (dt.: für wen soll ich stimmen?). Lustig: Die Parteien machen auf Basis der Antworten Live ein Rennen beim Sackhüpfen – im Sack ist der oder die jeweilige(r) Vorsitzende der Partei abgebildet.

Österreich

Auch für unsere südlichen Nachbarn gibt es den Wahl-O-Mat. Dort firmiert er unter dem Namen Wahlkabine. Der Unterschied zum Wahl-O-Mat ist, dass die Wichtigkeitsbewertung einer Frage nicht vorausgewählt ist, sondern jedes mal angeklickt werden muss. Das ist wohl der Ausgleich dafür, dass es nur Ja und Nein gibt – eine Antwort »Eher Ja« und »Eher Nein« gibt es nicht.

Schweiz

Auch die Eidgenossen haben mit smartvote ein ähnliches Tool. Mit bis zu 75 Fragen lässt es sich aber nicht so einfach durchspielen, wie die Varianten anderer Länder. Das Lesen der Fragen kann für Deutsche und Österreicher irritierend sein – die Schweizer kennen kein scharfes s (ß) und schreiben immer doppel-s (ss).

Bei meinem Test waren die Ergebnisse erschreckend wenig differenziert – trotz stolzer 32 Fragen mit Gewichtung. Eine Erklärung des Meinungsbildes gibt es in einer hübschen Spinnennetz-Grafik.

Betreiber

Ein Wort zum Schluss: Man sollte immer darauf achten, wer diese Seiten betreibt. In Deutschland wird der Wahl-O-Mat vom Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) bereitgestellt. Stammen die Analysetools von privaten Anbietern, so sollte man mit den Ergebnissen vielleicht eher vorsichtig umgehen.

Published inInternetseiten vorgestellt

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