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SchülerVZ macht dicht!

Jetzt geistert es durch die sozialen Netzwerke: SchülerVZ macht dicht, der kleine Bruder vom einst in Deutschland so bekannten StudiVZ und MeinVZ, und schließt seine Pforten. Ursache sind höchstwahrscheinlich sinkende Nutzerzahlen und die starke Konkurrenz aus Übersee – namentlich Facebook.

Schulhof / Dieter Schütz  / pixelio.de
Dieter Schütz / pixelio.de

Warum SchülerVZ dicht macht

Auf der Startseite von SchülerVZ befindet sich derzeit folgender Hinweis (hier die harten Fakten), statt der üblichen bunten Startseite. Denn: SchülerVZ macht dicht. Punkt.

  • schülerVZ wird am 30. April 2013 geschlossen.
  • Alle gespeicherten Daten jedes Mitglieds werden vollständig und unwiederbringlich gelöscht.
  • Darunter fallen Bilder, Texte, Links, und auch Spielstände.
  • Spielstände und Fotos können bis zur Schließung gesichert werden.
  • Der Hinweis, dass die Meldung – im Gegensatz zu den ewigen Kettenbriefen – echt ist.
SchülerVZ: Schließt endültig
SchülerVZ: Schließt endültig

Die Meldung auf der Startseite bestätigt das Gerücht: Es ist keines, sondern offizielle Wahrheit. Neue Benutzer werden im SVZ nicht mehr zugelassen, bestehende werden gelöscht.

Rückgängige Nutzerzahlen

Laut Bericht auf tagesschau.de hat SchülerVZ in den letzten anderthalb Jahren 96% seiner Nutzer verloren haben – von den ursprünglich bis zu fünf Millionen seien nur noch 200.000 übrig geblieben.

Daran dürfte  vor allem Facebook als weltweit agierender Konkurrent Schuld sein. Der Wettbewerb ist hart umkämpft – allerdings hat auch Facebook in jüngster Zeit mit rückgängigen Userzahlen in Deutschland zu kämpfen.

Unklar ist, wer hiervon wiederum profitiert. Einerseits gibt es noch den direkten Konkurrenten Google Plus, andererseits Mikroblogging-Dienste wie Twitter.

Datenschutz: SchülerVZ war theoretisch vorbildlich

Von den bekannten Sozialen Netzwerken 2010 war SchülerVZ in Sachen Datenschutz laut test.de ganz vorne dabei. Kein anderes Netzwerk schnitt besser ab, wenngleich auch im SchülerVZ einige Punkte bemängelt wurden. Der Test betrag aber nur die AGB und die Einstellungsmöglichkeiten für Nutzer.

Datenleck: SchülerVZ wurde mehrmals angegriffen

Datenlecks waren ein anderes wiederholtes Problem. Ein registrierter Nutzer hat 2009 wahrscheinlich automatisiert Daten wie E-Mail, Name, Telefon etc. ausgelesen. In den Medien wurde über ein Datenleck bei SchülerVZ berichtet. Die Brisanz des Datenlecks war sehr hoch. Berichte über weitere Pannen waren die Folge. Auch die großen Medien berichteten im Mai 2010 über diese Panne.

Außerdem gibt (oder vielmehr: gab) es einen Fehler im Content Delivery Network (CDN), der dafür sorgte, dass Bilder nicht gelöscht wurden. Das passierte aber scheinbar nur, wenn sie durch Hotlinking und häufiges Aufrufen im CDN wiederholt angefordert wurden. So ein vergleichbares Problem gibt es allerdings auch bei Facebook: Auch dort werden Facebook-Fotos nicht von den Servern gelöscht.

TÜV-Siegel fraglich

Die VZ-Netzwerke haben alle eine durch den TÜV geprüfte Datensicherheit. Durch die oben genannten Fälle ist jedoch viel Kritik am TÜV-Siegel aufgekommen, dass es dem Nutzer Sicherheit suggeriere, die keine Sicherheit sei. Ein Vergleich des Sicherheit solcher Dienste/Seiten ist also mit dem Siegel vom TÜV Süd nicht ratsam.

Alternativen

Was nun, wo SchülerVZ dicht macht? Es ist nicht das einzige soziale Netzwerk für junge Leute. aber eines derjenigen, bei denen man sich als sehr junger Schüler anmelden konnte. Andere Soziale Netzwerke für Nutzer jungen Alters sind:

  • Facebook – ab 13 Jahren
  • Lokalisten – ab 14 Jahren
  • MySpace – ab 13 Jahren
  • Schüler.cc – ohne Beschränkung
  • StudiVZ – ab 18 Jahren
  • Twitter – keine Altersbeschränkung
  • Wer kennt wen – ab 14 Jahren
  • Xing – ab 18 Jahren
  • Lokalisten – ab 14 Jahren
  • LinkedIn – ab 18 Jahren
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