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Kommerzielle Profile auf Facebook

Facebook-SeiteAuf Facebook gibt es sogenannte Seiten. Facebook bietet damit eine besondere Art Profil an, die für Unternehmen und andere nicht-personelle Profile gedacht sind. Umgekehrt sollten natürlich dementsprechend Unternehmen die Seitenfunktion nutzen, und kein Userprofil erstellen. Warum das nicht immer klappt, erklärt dieser Artikel.

Funktionen von Seiten

Seite mit Like-Button
Seite mit Like-Button

Seiten sind – zumindest optisch – erst einmal normalen Profilen von normalen Benutzern sehr ähnlich. Auffälligster Unterschied ist aber, dass man sich mit Seiten nicht anfreunden kann. Stattdessen befindet sich der sogenannte Like-Button (oder auf Deutsch: die »Gefällt Mir«-Schaltfläche) auf der Seite. Dadurch ergeben sich wesentliche Unterschiede:

  • Der Seitenbetreiber kann nicht selbst auf Personenprofile zugehen (Freundschaftsanfragen stellen, Einladungen zu Veranstaltungen verschicken etc.).
  • Ein Benutzer kann eine Seite unter »Aktivitäten« hinzufügen.
  • Personen können (falls eine Ortsangabe mit bei ist) einchecken.
  • Der Seitenbetreiber sieht Statistiken über seine Seite, die es in einem normalen Nutzerprofil nicht gibt
  • Eine Seite hat kein eigenes Log-In und Passwort, sondern mehrere normale Benutzer als Administratoren.
    Ausnahme: Man erstellt eine Seite, ohne sein Facebookprofil zu nutzen. Dann hat man aber immer noch die Möglichkeit, weitere Administratoren hinzuzufügen.
  • Es hat einen offiziellen Charakter. Das betrifft natürlich auch nachgelagerte Aktionen, etwa das Erstellen von Veranstaltungen etc.
  • Zugriff auf Facebook-Schnittstellen.

Gründe, eine Seite zu erstellen, gibt es viele. Einen guten Überblick kann man sich auf Wikipedia verschaffen: Facebook#Seitenkategorien.

Nachteile von Seiten

Seiten haben auch gewisse Nachteile gegenüber Profilen. Wie schon beschrieben, kann eine Seite nicht direkt mit Benutzern interagieren. Daher, und sicher auch aus Unwissenheit, nutzen viele kommerzielle Betreiber die Seitenfunktion bei Facebook nicht. Stattdessen wird ein Userprofil genutzt. Hier erhöht sich zwar der administrative Aufwand (mehrere Benutzer müssen E-Mailadresse und Passwort kennen, was tun bei Mitarbeiterwechsel etc.), dafür wird häufig die Nachrichten- und Einladungsfunktion genutzt.

Unerlaubte Werbung über Facebook-Seiten

Facebook AGB
Facebook AGB

Stichwort private Nachrichten und Einladungen zu Veranstaltungen: Hierbei handelt es sich aber um unerlaubte Werbung – dieses ist im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb festgeschrieben. Hintergrund ist, dass ein »Gefallen« der Seite nicht unbedingt mit mit  der Einwilligung in Werbung gleichzusetzen ist. Immerhin lässt sich dabei ja der Nachrichtenstrom von Seiten ausblenden, und eine Möglichkeit der direkten Kontaktaufnahme gibt es nicht. Allerdings sind mir auch keine Urteile zu diesem Thema bekannt.

Nichts desto totz verstößt diese Praxis gegen die AGB von Facebook. Hier heißt es zum Beispiel:

  • 4.2 You will not create more than one personal profile
    Es darf nur ein Profil von einer Person erstellt werden. Das schließt Profile mit anderen Namen scheinbar nicht aus.
  • 4.4 You will not use your personal profile for your own commercial gain
    Profile dürfen also nicht genutzt werden, um wirtschaftlichen Nutzen daraus zu ziehen.
  • 4.1 You will not provide any false personal information on Facebook
    Der wohl am zweitschwersten wiegende Verstoß: Was gibt mal als Geburtstag an, was als Namen? Beides lässt sich nicht ordnungsgemäß angeben, da auch juristische Personen keinen Personalausweis oder Pass besitzen!
  • 3.1 You will not send or otherwise post unauthorized commercial communications (such as spam) on Facebook.
    … und damit ist es endgültig unmöglich, ein Userprofil als Seite zu verwenden.

Erstellt man also ein normales Userprofil über den üblichen Registrierungslink für ein Unternehmen, so kann die Seite sehr schnell der Löschung zum Opfer fallen. Ein erneutes Anlegen der Seite widerspricht ebenfalls den AGB, wahrscheinlich damit auch dem Anlegen einer Seite.

Als User getarnte kommerrzielle Profile

Facebook Profil melden (01)
Facebook Profil melden (01)

Trotz all dieser Gründe für eine Seite und gegen ein Benutzerprofil gibt es einige Ausreißer. Anbei ein paar der Profile, von denen ich Kenntnis habe.

Hier gibt es zwei nachgelagerte mögliche Auswege.

1. Benutzerprofil melden

Facebook Profil melden (02)
Facebook Profil melden (02)

Mit zwei Klicks ist solch ein falsches Profil gemeldet. Alleine gegen den unlauteren (unfairen) Wettbewerb sollte so etwas unternommen werden. Besonders hohes Interesse besteht natürlich dann, wenn man selbst eine Seite betreibt, die möglicherweise auch in Konkurrenz zum gefundenen Benutzerprofil steht.

2. Profile in Seiten umwandeln

Das Profil kann auch in eine Seite umgewandelt werden, wenn es nur fälschlicherweise ein Profil geworden ist und der Seitenbetreiber es einsieht. Den Link dazu gibt es hier.

Bei der Migration werden automatisch alle Bilder übernommen, und allen bisherige Freunde des Profils mögen automatisch die neue Seite. Früher gab es zur Administration von Seiten auch sogenannte Unternehmenskonten. Die sind aber inzwischen abgeschafft und auch weitgehend verschwunden.

Eure Erfahrungen

Nerven euch auch Fanseiten? Habt ihr schon einmal ein kommerzielles Profil gemeldet? War es erfolgreich? Oder betreibt ihr gar selbst ein kommerzielles Profil und denkt jetzt um? Ich bin auf euren Input gespannt.

PS: Wer mir einen Gefallen tun möchte, meldet die oben verlinkten Profile. Scheinbar genügt es nicht, wenn nur eine Person dieses tut.

Published inBasiswissenInternetseiten vorgestellt

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