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Ideenbox: Namen für Server

Da steht der Admin vor einem Problem: Es gibt wieder einmal einen neuen Server, dieser muss nun ins DNS eingetragen werden. Aber wie soll er heißen? Ein paar Anregungen – zusammengetragen aus den Tiefen des www – finden sich in diesem Artikel.

Grundregeln für Servernamen

Vor allem für „freie Namen“, also Serverbenennung ohne ein stumpfes Namensschema sollten einige Grundsätze beachtet werden. Stichwort ist hier unter anderem „Best Practise“. Quelle: [1], eigene Übersetzung

  • In den Servernamen sollten nur lateinische Buchstaben und arabische Ziffern vorkommen. Keine Striche, Unterstriche oder andere Zeichen. Diese könnten beim Namensserver unerwünschte Seiteneffekte auslösen.
  • Der Name sollte ebenfalls nicht mit einer Ziffer anfangen. Einige Namensserver könnten damit Schwierigkeiten haben, da solch ein Schema unüblich ist.
  • Reine Sedezimale (oder hexadekanisch, umgsprl. hexadezimal) Servernamen sind ebenfalls tabu. Diese könnten durch einen Parser o.ä. falsch interpretiert werden, und somit ebenfalls zu Seiteneffekten führen. Im Hexadezimalen Systen kommen nur die Ziffern 0-9 und die Buchstaben A-F vor.
  • Windows 2000 unterstützt keine Servernamen, die nur aus Ziffern bestehen. Windows NT 4 konnte damit noch umgehen.
  • Die Namen sollten 15 Zeichen nicht überschreiten, da sie sonst schwer merkbar werden. Außerdem sollte man dabei ähnlich klingende Servernamen meiden (z. B. Grat:Grad, Rad:Rat oder Hertz:Herz).
  • Bei technisch angelehnten Servernamen sollte man sichergehen, dass diese „mitwachsen“ können (Skalierbarkeit), und der Rest der Firma dieses Namensschema versteht.
    Letztendlich muss man sich eingestehen, dass halt nicht doch jeder ein Star Trek-Fan ist 😉
  • Benutzernamen sind ebenfalls ganz schrecklich schlechte Computernamen. Daraus kann ganz schnell ein administrativer Albtraum entstehen, wenn ein PC seinen Besitzer wechselt. Sinnvoller sind hier Namenschemata nach Standort und/oder Seriennummer.
  • Zu vermeiden sind des Weiteren „alternative“ Schreibweisen, wie etwa 1337-Sp34k.  Nicht jeder kann damit was anfangen, und die Aussprache der Servernamen wird erschwert oder uneindeutig.
  • An jedem Server sollte ein Aufkleber bzw. ein Etikett hängen, an dem der Server identifiziert werden kann. Bei Notebooks und Workstations empfiehlt sich der Aufkleber an der (Unter-)Seite. Grund: Einige Nutzer verführt ein Aufkleber im Sichtbereich zum abknibbeln.

Nachdem jetzt die grundlegendsten Dinge geklärt wären, fehlt noch ein einheitliches Schema.

Namensschemata für Server

Kleine Organisationen

Für kleine Firmen und Organisationen wie auch dem privaten Haushalten bieten sich lustige Schemen an, mit denen man sich gerne auseinandersetzt. Dabei kann es sich um historische oder Filmpersonen handeln, alkoholische Getränke, Comichelden, Autos, Bands und vielen anderen Dingen des alltäglichen Lebens. Auch hier bietet sich bereits eine logische Zuordnung an. Beispiel: Der Medizinstudent nennt den Router „Herz“, den Datenbankserver „Gehirn“ und den Applikationsserver „Magen“ – das Testsystem kann dann ja „Appendix“ heißen, der eigene Desktop vielleicht „Manus„.

Hat man das Gefühl, dass man schnell mehr als etwa 50 Namen braucht, sollte man lieber gleich von vornherein auf ein beschreibenderes Namensschema umsteigen.

Größere Organisationen

Um ein System sicher finden zu können, bzw. nicht erst in Routingtabellen nachschlagen zu müssen, sollte ein genau definiertes Schema genutzt werden. Nur so können mehrere Domainadministratoren sauber nebeneinander arbeiten. Auch hier gibt es einige Grundsätzliche Überlegungen.

Übliche Abkürzungen in Servernamen

Der Server kann z.B. seine primäre Funktion im Namen kodiert haben:

  • SV – Server
  • WS – Workstation
  • PR – Drucker (engl. Printer)
  • TS – Terminal Server
  • DC – Domain Controller
  • WW – Webserver
  • MX – Mailserver (Mail Exchange)
  • DB – Datenbankserver
  • AP – Applikationsserver
  • usw.

Weitere Ideen für Bezeichner

Weiterhin bieten sich folgende Bezeichner im Sernamen an:

  • Betriebssystem
    • L – Linux
    • W – Windows
    • Z – Großrechner (von z/OS bzw. z/Linux)
    • U – Unix (z.B. Solaris, *BSD, AIX, Minix etc.)
  • Standort
  • Details über den Einsatzzweck
    • Bei Datenbankservern die Datenbanksoftware
    • Bei Webservern den Kundenkreis (vorsichtig hierbei!)
    • Bei Applikationsservern ein Kürzel für die Applikation
  • Weitere Anhängsel, wie z.B. eine Durchnummerierung am Ende sind ebenfalls sinnvoll

Immer noch keine Idee?

Hier gibt es ein paar Anregungen:

Weitere Konventionen

Wer noch weitere, ausgefallenere Namenskonventionen kennt – nur her damit! Ich bin äußerst gespannt, was ihr verwendet!

Published inBasiswissen

3 Comments

  1. Sylvia Sylvia

    Toller Blogeintrag, schöne Übersicht.

    Mein Namensschema für mittleres Hausnetz (20 Rechner, Familie) sind Vornamen. Habe selbst 5 Vornamen, für die ich auf Babynamens-Seiten oder über Wikipedia Variationen gesucht habe (etwa griechische, amerikanische, usw., außerdem Kurzformen, antike Formen, etc.) und damit ausreichend viele, teils sehr kreative Name, wie Sylvia -> Silur -> Silvester.

    Der allerletzte Link ist Gold wert. Fantastische thematisch geordnete Namensschemen, wo man auch beitragen kann.

  2. […] Namen zweimal verwenden soll, nun ein Neuer. Zu dem Thema gibt es drüben bei Benjamin Marwell eine Ideenbox zum Thema “Namen für Server”, ein guter […]

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